Beratungseinsatz nach § 37 Abs. 3 SGB XI

Zur Sicherung und Verbesserung der Versorgung der Pflegebedürftigen müssen alle, die nur Pflegegeld beziehen bei Pflegegrad II und III zwei Mal im Jahr und bei Pflegegrad IV und V in jedem Quartal einen Pflegedienst kommen lassen. Ein Ziel dieser "Pflegeeinsätze" oder "Qualitätssicherungsbesuche" ist einerseits die Beratung und die Sicherstellung der Pflege, damit das Pflegegeld von der Pflegekasse gezahlt wird.


Unsere Beratungseinsätze werden ab dem 01.01.2018 von montags bis freitags von 12.00 - 15.00 Uhr durchgeführt.

Bitte vereinbaren Sie nur telefonisch mit uns einen Termin.

02365-38 40 730

PFLEGEversicherung 2017

Pflegegrade und Leistungen ab dem 1.1.2017

In Zukunft werden körperliche, geistige und psychische Einschränkungen gleichermaßen erfasst und in die Einstufung einbezogen. Mit der Begutachtung wird der Grad der Selbstständigkeit in sechs verschiedenen Bereichen gemessen und – mit unterschiedlicher Gewichtung – zu einer Gesamtbewertung zusammengeführt. Daraus ergibt sich die Einstufung in einen Pflegegrad. Die sechs Bereiche sind:


  1. Mobilität
  2. Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
  3. Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
  4. Selbstversorgung
  5. Bewältigung von und selbstständiger Umgang mit krankheits- oder therapiebedingten Anforderungen und Belastungen
  6. Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte

Mehr Unterstützung für Pflegebedürftige


Mit dem Zweiten Pflegestärkungsgesetz folgen nun weitere Verbesserungen. Insgesamt stehen ab 2017 jährlich fünf Milliarden Euro zusätzlich für die Pflege zur Verfügung. Außerdem wird die gesetzlich vorgeschriebene Dynamisierung der Leistungen um ein Jahr auf 2017 vorgezogen. Damit stehen bereits 2017 weitere rund 1,2 Milliarden Euro für die Leistungen der Pflegeversicherung zur Verfügung. Der Beitragssatz der Sozialen Pflegeversicherung steigt zum 1. Januar 2017 um 0,2 Prozentpunkte auf 2,55 bzw. 2,8 Prozent für Kinderlose. Die finanzielle Situation der Pflegeversicherung macht es möglich, die Beitragssätze bis in das Jahr 2022 stabil zu halten. Das sind zwei Jahre mehr als bislang angenommen.

Geldleistung (ambulant)

  • Pflegegrad 2:  316,00 €
  • Pflegegrad 3: 545,00 €
  • Pflegegrad 4: 728,00 €
  • Pflegegrad 5: 901,00 €

Sachleistung (ambulant)

  • Pflegegrad 2:    689,00 €
  • Pflegegrad 3: 1.298,00 €
  • Pflegegrad 4: 1.612,00 €
  • Pflegegrad 5: 1.995,00 €

entlastungsbetrag ambulant (zweckgebunden)

  • Pflegegrade 1-5:    125,00 €

leistungsbetrag stationär

  • Pflegegrad 1:    125,00 €
  • Pflegegrad 2:    770,00 €
  • Pflegegrad 3: 1.262,00 €
  • Pflegegrad 4: 1.775,00 €
  • Pflegegrad 5: 2.005,00 €

bundesdurchschnittlicher pflegebedingter eigenanteil

  • Pflegegrade 2-5:    580,00 €

PFLEGEVERSICHERUNG 2016

Das Zweite Pflegestärkungsgesetz


Neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff und neues Begutachtungsverfahren


Das Zweite Gesetz zur Stärkung der pflegerischen Versorgung und zur Änderung weiterer Vorschriften (Zweites Pflegestärkungsgesetz – PSG II) ist am 1. Januar 2016 in Kraft getreten. Das neue Begutachtungsverfahren und die Umstellung von Pflegestufe auf Pflegegrad sollen zum 1. Januar 2017 wirksam werden.

Das Gesetz setzt den neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff um. Damit erhalten erstmals alle Pflegedürftigen gleichberechtigten Zugang zu den Leistungen der Pflegeversicherung, unabhängig davon, ob sie von körperlichen oder psychischen Einschränkungen betroffen sind. Das Jahr 2016 dient der Vorbereitung des neuen Begutachtungsverfahrens in der Praxis und der Umstellung auf die fünf Pflegegrade sowie die neuen Leistungsbeträge bis zum 01.01.2017. Folgende Regelungen treten 2016 in Kraft:

Beratung: Pflegende Angehörige erhalten einen eigenen Anspruch auf Pflegeberatung. Wer Leistungen bei der Pflegeversicherung beantragt, erhält zudem automatisch das Angebot für eine Pflegeberatung.


• Anpassung der Rahmenverträge: Die Rahmenverträge über die pflegerische Versorgung in den Ländern sind von den beteiligten Partnern der Selbstverwaltung an den neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff anzupassen. Dazu gehören auch die Vorgaben zur Personalausstattung.

• Pflegesätze und Personalschlüssel: Vor Einführung der neuen Pflegegrade müssen Träger der Pflegeeinrichtungen, Sozialhilfeträger und Pflegekassen die Personalstruktur und die Personalschlüssel der Einrichtungen prüfen und bei Bedarf anpassen. Bis zum 30. September 2016 müssen sie neue Pflegesätze für die Pflegeheime vereinbaren. Bis Mitte 2020 soll ein wissenschaftlich gesichertes Verfahren zur Personalbedarfsbemessung entwickelt werden.

Zusätzliche Betreuungsleistungen
nach § 45

Den Betreuungsbetrag erhalten Versicherte mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz (psychisch kranke, behinderte oder demenziell erkrankte Menschen). Es wird je nach Betreuungsbedarf ein Grundbetrag oder ein erhöhter Betrag gewährt. Ab dem 1. Januar 2015 werden zusätzliche Betreuungsleistungen um die Möglichkeit ergänzt, Niedrigschwelliege Entlastungsleistungen in Anspruch zu nehmen.


Wer seinen Anspruch auf ambulante Pflegesachleistungen nicht voll ausschöpft, kann zudem ab 1. Januar 2015 den nicht für den Bezug von ambulanten Sachleistungen genutzten Betrag – maximal aber 40 Prozent des hierfür vorgesehenen Leistungsbetrages – für niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsangebote verwenden.


LEISTUNGEN AB 2015 PRO MONAT

Pflegestufe I, II oder III
(ohne erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz)
104,00 €


Pflegestufe 0, I, II oder III
(mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz, der zur Inanspruchnahme des erhöhten Betrages berechtigt)
208,00 €

PFLEGEVERSICHERUNG 2015

In welche Pflegestufe wird der Pflegebedürftige eingestuft?

Der Grad der Pflegebedürftigkeit wird im Rahmen eines Hausbesuches durch den MDK/SMD festgestellt und eingeteilt in:

  • Pflegestufe I: Erhebliche Pflegebedürftigkeit
    (mindestens 90 Min., davon mind 45 Min. Pflege täglich)
  • Pflegestufe II: Schwer pflegebedürftig
    (mindestens 180 Min., davon mind. 120 Min. Pflege täglich)
  • Pflegestufe III: Schwerst pflegebedürftig
    (mindestens 300 Min., davon mind. 240 Min. Pflege täglich)
Fahrzeuge Hand in Hand in Marl

VERHINDERUNGSPFLEGE

Macht die private Pflegeperson Urlaub oder ist sie durch Krankheit vorübergehend an der Pflege gehindert, übernimmt die Pflegeversicherung die Kosten einer Ersatzpflege.

Ab dem 1. Januar 2015 ist eine Ersatzpflege bis zu 6 Wochen pro Kalenderjahr möglich. Außerdem kann bis zu 50% des Leistungsbetrags für Kurzzeitpflege (das sind bis zu 806 €) künftig zusätzlich für Verhinderungspflege ausgegeben werden. 

Verhinderungspflege kann dadurch auf max. 150% des bisherigen Betrages ausgeweitet werden. Der für die Verhinderungspflege in Anspruch genommene Erhöhungsbetrag wird auf den Leistungsbetrag für eine Kurzzeitpflege angerechnet.

Bei einer Ersatzpflege durch nahe Angehörige wird die Verhinderungspflege auch ab 1. Januar 2015 auf bis zu 6 Wochen im Kalenderjahr ausgedehnt. Die Aufwendungen sind grundsätzlich auf den 1,5 fachen Betrag des Pflegegeldes der festgestellten Pflegestufe beschränkt.

Geldleistung

Der Pflegebedürftige wird nicht durch einen professionellen Pflegedienst versorgt, sondern durch Angehörige, Freunde oder Nachbarn, dann erhalten Sie folgendes Pflegegeld:

  • Pflegestufe I:  244,00 €
    mit Betreuungsleistung : 316,00 €
  • Pflegestufe II: 458,00 €
    mit Betreuungsleistung : 545,00 €
  • Pflegestufe III: 728,00 €
    mit Betreuungsleistung: 725,00 €

SACHLEISTUNg

Der Pflegebedürftige wird von einem ambulanten Pflegedienst zuhause versorgt, die notwendigen Leistungen werden dann vom Pflegedienst mit der Pflegekasse abgerechnet.

  • Pflegestufe I: bis 468,00 €
    mit Betreuungsleitung:   689,00 €
  • Pflegestufe II: bis 1144,00 €
    mit Betreuungsleistung: 1298,00 €
  • Pflegestufe III: bis 1612,00 €
    mit Betreuungsleistung: 1612,00 €

KOMBINATIONSLEISTUNGEN

Gem. § 38SGB XI können das Pflegegeld und die Sachleistung miteinander kombiniertwerden.

Wenn also durch die Pflegeeinsätze des Pflegedienstes der monatliche Höchstbetrag der Sachleistung nicht vollständig ausgeschöpft wird, kann daneben das Pflegegeld beansprucht werden, und zwar zu einem Prozentsatz, zu dem der Betrag der Pflegesachleistung nicht ausgeschöpft wurde.

An die Kombinationsentscheidung, die beliebig ausgestaltet werden kann, ist der Pflegebedürftige für 6 Monate gebunden.